Familienstrukturmodell

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Familienstrukturmodell

Beitrag von Linda am Do Aug 03, 2017 12:31 am

Hallo ihr Lieben

Die Persönlichkeitsmodelle in der Hundewelt...
Ich frage mich immer wie würde ein Modell aussehen das mir gefällt und was wäre Attraktiv? So mit eigenem Vokabular und genug Raum für die Hunde, zu sein, wer auch immer sie sind und genug Anregung für die Menschen genauer hinzusehen, weil die Hundeschulen wohl viel eigenes Erleben einfach zukleistern mit Bedienungsanleitungen, die keinen Raum für Individualität lassen.

Ihr wisst, das das Wort Unstruktur mich die Wände hochtreibt. Aber ich bin kein Feind von Strukur, solange sie für die Hunde gutes tut.

Für mich ist der naheliegendste Vergleich die Familie. Kann man überhaupt ein Modell bauen, das platz genug lässt und dennoch etwas aussagt?

Ich will das ausprobieren und wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja mit rumdenken in jede Richtung.

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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Linda am So Aug 06, 2017 2:27 am

Ich hab versucht das jetzt auch in so ein Schema zu packen, wie RS. Hat natürlich nicht funktioniert, weil ich so ein Schema ja gar nicht möchte ...

Also tue ich mal so, als ob es ein Post in einer Gruppe wäre, der dieses Schema erklärt. ERster Versuch

Im Gegensatz zu den anderen Modellen, wo die Einschätzung der Persönlichkeit an erster Stelle steht, geht es bei der Familienstruktur in erster Linie um eine Lebenswirklichkeit, die die Bedürfnisse aller erfüllt und Gemeinschaft fördert.

Die Familienstruktur lehnt sich an die Assoziation zu menschlichen Familien an, stützt sich aber auch auf die biologischen Grundlagen einer Fortpflanzungsgemeinschaft, wie sie in der Natur bei  Caniden (in all ihrer Vielfalt) zu finden ist.
Zu einer Familie gehören alle Lebewesen, die in einer Hausgemeinschaft leben und wie bei menschlichen Familien, können auch nicht im Haushalt Lebende eine wichtige Position im Leben einnehmen. Entferntere Verwandtschaft, Freunde, Nachbarn.
Im weiteren wird sich aber auf die Kernfamilie konzentriert.
Das Modell geht davon aus, das jedes Individuum so einzigartig ist, das es nicht eingeschätzt und zu einem Zeitpunkt X auf einen Strauß an Eigenschaften festgelegt werden kann, den es zu erfüllen hat, wobei jegliche Abweichungen als erklärungsbedürfter Fehler gesehen wird, der möglichst abgestellt werden sollte, um die Gruppe nach bestimmten Kriterien eines Modells zum funktionieren zu bringen.

Dennoch bietet das Modell der Familienstruktur ein Gerüst, nachdem Gruppen beurteilt und geführt werden können. Ein Gerüst, das sich abgesehen von bestimmten Grundlagen frei an die Individuen anpassen lässt.

Feste Kriterien sind
die Rechte:
Jedes Mitglied hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die bedingungsfreie Grundsicherung. Sprich Nahrung und ungestörten Schlaf. Das Recht auf Schutz und Entwicklung. Auf Sozialkontakt nach eigener Wahl.
Diese Rechte werden begrenzt von den selben Rechten der anderen und gesundheitlichen Aspekten.
(Etwa Begrenzung des Futters, um Übergewicht zu verhindern. Einschränkung sportlicher Aktivitäten, wenn sie Gelenke oder die Psyche überbeanspruchen.)
Sowie den Umweltbedingungen, denen die Familie unterliegt. (Anleinpflicht, Nachbarn, Straßenverkehr, Berufstätigkeit ect.)

Daraus ergeben sich dann die Pflichten, die jedes Mitglied zu erfüllen hat, wobei dem Menschen dabei die Hauptaufgabe zufällt, diese Rechte und Pflichten zu etablieren. Er trägt die Verantwortung für die Familienstruktur.

Desweiteren gibt es Privilegien, die aus einem Sonderstatus entstehen.
Etwa kommen dem Menschen jede Menge Privilegien zu, da er der Verantwortliche ist und nur er Umweltbedingungen überschauen und verändern kann.
Aber auch ein Handycap, Krankheit, Alter oder auch Jugend lassen Ausnahmen entstehen, die von allen Familienmitgliedern akzeptiert werden müssen.

Oder Privilegien, die aus besonderen Fähigkeiten heraus entstehen und von allen ohne zwang akzeptiert werden.

Ist eine Struktur erstmal aufgebaut, kommt der Aspekt der Tradition hinzu, die Regeln innerhalb der Gruppe werden durch alle Mitglieder an Neuankömmlinge auf ihre Art weitergegeben, so das eine stabile Struktur entsteht. Dies gilt auch, wenn andere Recht als die oben aufgeführten definiert wurden.


Zu Familienstruktur selbst.
Unter natürlichen Bedingungen baut sich ein Rudel auf aus den Elterntieren und dem Nachwuchs aus verschiedenen Jahren, die größtenteils abwandern oder eben bleiben. Bei Wölfen wandert der überwiegende Teil ab, bei wild beobachteten Hundegruppen nicht unbedingt. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei die Sterblichkeitsrate.
Unter menschlicher Obhut ist der Fortpflanzungseffekt meist zu vernachlässigen und neue Familienmitglieder werden in der Regel von den "Elterntieren" mitgebracht.
Bei acht Wochen alten Welpen entspricht das sogar in etwa der Zeit, wo die Mutterhündin ihre exclusive Rolle mehr und mehr aufgibt und die Welpen in die Gruppe entlässt, wo der ältere Rüde und in der Regel die Jungtiere aus dem Vorhergehenden Jahr die Erziehung bereichern.
Jedes Mitglied hat einen Status, der sich aber im Laufe des Lebens ändern kann.
Etwa, der Status des Welpen, ändert sich in den Status des Junghundes, von dort in den Status des großen Geschwisters, wenn ein Welpe nachrückt, bishin zu einem Althund.

Der Charakter ist jedem einzelnen Hund inne, wie jedem Menschen auch.
Er ist nicht definierbar. Was zur Beurteilung herangezogen werden kann, sind die aktuellen
Fähigkeiten, die der Hund zeigt.
Gezeigte persönliche Eigenschaften

Gezeigte geschlechtsspezifische Eigenschaften
Gezeigte rassespezifische Eigenschaften
diese werden geformt von
prägenden Ereignissen und Umwelteinflüssen
Sowie den Beziehungen und der Erziehung.

Das Modell geht davon aus, das jedes Lebewesen ein Leben lang lernt und seine Fähigkeiten erweitern kann. Gefördert werden eine stressarme selbstbestimmte Bewältigung der Umwelt und die Fähigkeiten innerhalb der Familienstruktur Rechte, Pflichten und Privilegien aller Mitglieder wahrnehmen und achten zu können.

Das Verhalten wird mitbestimmt von den Aufgaben, die in der Familie zu leisten sind.
Biologische Aufgaben sind
Nahrungsbeschaffung
Jagd
Fortpflanzung/Jungenaufzucht
Reviereroberung und Kontrolle
Schutz der Gruppe
Warnung vor Bedrohungen
Durchsetzung rudelspezifischer Regeln.

Hinzu kommen Familienspezifische Aufgaben
etwa Hundesport
Begleitung (ohne Wachfunktion)

Es gibt Hunde, die eine Vorliebe für bestimmte Aufgaben haben.
Und es gibt Positionen in der Familienstruktur, die oft zu finden sind.
Die Große Schwester
Das Einzelkind
Der Chefhund
Der Soziale
Der Wächter
Der Pattexhund
Der Beobachter
Das Spielkind
Der Wilde
Der Leithund
Die Leithundin
Die/Der Kleine

Je nach Kombination kommen andere Herausforderungen auf einen zu, eine stabile Familienstruktur zu erreichen

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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Maxmutti am Mo Aug 07, 2017 12:11 pm

Schöne Idee. Ich habe Deine Post´s gelesen bei den Persönlichkeitsmodellen in der Hundewelt. Stehe da ganz nah bei Dir. Es wird mMn nicht gelingen, in die Hirnwindungen einzelner User vorzudringen und diese zu entwirren.

Familienstrukturmodell. Ich komme noch nicht ganz hinter, auf was Du hinaus willst. Spontan viel mir ein, das mein Max in Deiner Familienstruktur eine ganz andere Aufgabe haben könnte, sich ganz anders geben könnte, als in meiner Familienstruktur. Seit dem wir ja bei Euch zu Gast sein durften, plagt mich mein Gewissen. Mein Max wäre in Deiner Familie glücklicher, als er es bei uns ist. Du könntest seine Bedürfnisse besser befriedigen, als ich es kann.

Will damit sagen, wenn es in einer Familie eine Struktur gibt, was zwangsläufig der Fall ist, wenn mehrere Personen bzw. Lebewesen in einem Haushalt sich arrangieren müssen, wird sich der Hund dort einordnen und diese Struktur auch in seine Persönlichkeit mit einbauen.

Meine persönliche Struktur zu Hause ist geprägt von Ruhe, Ordnung und Ritualen. Ist Max deshalb so wie er ist, weil mir diese Attribute wichtig sind und diese bei mir auch eingehalten werden? Habe ich ihn dahingehend erzogen? Für mich wäre undenkbar einen Hund zu haben, der bellt, fiept, ständig rum rennt und mir am Hacken klebt. Habe ich das bei Max ab Tag eins bei uns schon abgewöhnt? Unbewusst? Bei mir wäre undenkbar, dass der schmutzige Hund z. B. quer über den Teppich läuft, ich überall Haare hätte usw. Liegt es daran, dass Max bei der Ankunft zu Hause automatisch die Pfote schon hinhält, wenn ich mit dem Handtuch im Flur stehe, weil er sich der Struktur unterordnet? Ich lege auch viel Wert auf ordentliche Esskultur, es wird ordentlich gesessen, nicht rumgekleckert und geschlungen usw. Ist Max deswegen kein Schlinger, isst langsam und versaut nicht einen halben Meter Boden beim Fressen? Für mich wäre es undenkbar, wenn ein Hund über den Tisch läuft, sich irgendetwas Fressbares klaut, irgendetwas an Gegenständen kaputt macht. Liegt es daran, dass Max noch niieeee die Wohnung verwüstet hat, nie die Schnitzel vom Teller gezogen hat? Gemeinsam relaxen, essen usw. zu bestimmten Zeiten, das ist mir wichtig. Darf Max deshalb beim Essen gern auf meinem Schoß sitzen oder neben mir auf dem Sofa und wir essen gemeinsam, er ein Happen, ich ein Happen? Mich nerven im Allgemeinen schnelle, laute Aktionen, Unordnung, buntes, grelles, deswegen auch Max? Funktioniert Max nur so super, weil Struktur mir so wichtig ist? Läuft es deswegen so gut, weil ich auch seine Bedürfnisse, so gut es für mich geht berücksichtige. Jedes Lebewesen hat eine eigene Persönlichkeit und Bedürfnisse. Ich versuche diese zügig zu erkennen und zu achten. Im Rahmen der Struktur werden diese auch für jeden einzelnen gelebt.

Vorliebe für bestimmte Aufgaben. Aus Deiner Auflistung trifft durch meine Beobachtungen bei Max in unserer Hausstruktur zu:
Das Einzelkind, der Beobachter.

In der Hundestruktur beobachte ich Max:
Als der Soziale, der Beobachter, der Leithund.

Als er noch jung war (bis so ca. 3 Jahre) sah es in der Hundestruktur so aus: Das Einzelkind, der Chefhund, das Spielkind, der Wilde.
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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von ulla am Di Aug 08, 2017 5:19 pm

Hab erst heute das neue Thema entdeckt...seeehr interessant!
Muss noch ein paar Mal lesen und darüber nachdenken, wie man die verschiedenen Typen beschreiben könnte/sollte. Das Modell finde ich sehr anschaulich und irgendwie sympathisch, so gefühlsmäßig, kann mir gut etwas darunter vorstellen. Aber auf Anhieb einen Hund in einer Position zu sehen, das gelingt mir noch nicht.....
Ist Catie die große Schester, das Einzelkind, der Wächter (rassebedingt, nicht nach RS), der Beobachter oder würde sie sich mit zunehmendem Alter und mit anderen, jüngeren Rudelmitgliedern, evtl. ihren eigenen Kindern am Ende sogar zur Leithündin entwickeln?
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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von ulla am Di Aug 08, 2017 5:39 pm

Andrea, Max kann ich mir auch in verschiedenen Positionen vorstellen, die aber zum Teil sogar konträr sind, oder? Er kann sozial, aber manchmal auch gar nicht, wenn er einen nicht leiden kann. Er ist ein ruhiger Beobachter, aber auch ein sehr wilder Jäger, wenn ihn etwas interessiert. Einzelkind/Chefhund bei Dir oder guter Kumpel, wie bei Catie oder Kalle, Leithund in seiner Unbeirrbarkeit, aber wie und wen führt er denn? Was meinst Du Linda? Mehrere Facetten oder komplexe Persönlichkeiten? Einen Punkt würde ich den Positionen des Modells noch hinzufügen, Andrea hat es auch irgendwie erwähnt, nämlich "Spiegel seiner Menschen", irgendwie scheinen der Charakter und die Lebensumstände/Vorlieben der Hundehalter auch eine große Rolle zu spielen, oder?
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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Linda am Fr Aug 11, 2017 8:42 pm

Ich mir gar nicht angezeigt worden, das es hier schon Antworten gibt.


Schöne Idee. Ich habe Deine Post´s gelesen bei den Persönlichkeitsmodellen in der Hundewelt. Stehe da ganz nah bei Dir. Es wird mMn nicht gelingen, in die Hirnwindungen einzelner User vorzudringen und diese zu entwirren.
Nein, wird es nicht. Dazu ist das Modell auch zu wichtig und viel Weniger Modell als Lebensphilosophie, Ausrichtung. Zu wichtig um von Außenstehenden berührt zu werden.

Familienstrukturmodell. Ich komme noch nicht ganz hinter, auf was Du hinaus willst. Spontan viel mir ein, das mein Max in Deiner Familienstruktur eine ganz andere Aufgabe haben könnte, sich ganz anders geben könnte, als in meiner Familienstruktur. Seit dem wir ja bei Euch zu Gast sein durften, plagt mich mein Gewissen. Mein Max wäre in Deiner Familie glücklicher, als er es bei uns ist. Du könntest seine Bedürfnisse besser befriedigen, als ich es kann.
Oh, damit solltest du dich nciht plagen, jedes Leben hat Vor und Nachteile. Aber gerade darum soll es in meiner Familienstruktur so als Experiment gehen, das viel mehr Berücksichtigung findet, wie der Hund tatsächlich lebt, nicht wie er wäre, wenn er so leben würde, wie als Ideal postuliert (Bei RS in Struktur, bei Hundesportlern mit dem richtigen Sport, ect ect) Es soll sich am Leben orientieren und nicht am Was wäre wenn alles Ideal, anders, gewesen wäre ...

Will damit sagen, wenn es in einer Familie eine Struktur gibt, was zwangsläufig der Fall ist, wenn mehrere Personen bzw. Lebewesen in einem Haushalt sich arrangieren müssen, wird sich der Hund dort einordnen und diese Struktur auch in seine Persönlichkeit mit einbauen.
Genau und er wird widerum mit seiner Persönlichkeit die anderen prägen und es entsteht eine Einzigartige Mischung.

Meine persönliche Struktur zu Hause ist geprägt von Ruhe, Ordnung und Ritualen. Ist Max deshalb so wie er ist, weil mir diese Attribute wichtig sind und diese bei mir auch eingehalten werden? Habe ich ihn dahingehend erzogen? Für mich wäre undenkbar einen Hund zu haben, der bellt, fiept, ständig rum rennt und mir am Hacken klebt. Habe ich das bei Max ab Tag eins bei uns schon abgewöhnt? Unbewusst? Bei mir wäre undenkbar, dass der schmutzige Hund z. B. quer über den Teppich läuft, ich überall Haare hätte usw. Liegt es daran, dass Max bei der Ankunft zu Hause automatisch die Pfote schon hinhält, wenn ich mit dem Handtuch im Flur stehe, weil er sich der Struktur unterordnet? Ich lege auch viel Wert auf ordentliche Esskultur, es wird ordentlich gesessen, nicht rumgekleckert und geschlungen usw. Ist Max deswegen kein Schlinger, isst langsam und versaut nicht einen halben Meter Boden beim Fressen? Für mich wäre es undenkbar, wenn ein Hund über den Tisch läuft, sich irgendetwas Fressbares klaut, irgendetwas an Gegenständen kaputt macht. Liegt es daran, dass Max noch niieeee die Wohnung verwüstet hat, nie die Schnitzel vom Teller gezogen hat? Gemeinsam relaxen, essen usw. zu bestimmten Zeiten, das ist mir wichtig. Darf Max deshalb beim Essen gern auf meinem Schoß sitzen oder neben mir auf dem Sofa und wir essen gemeinsam, er ein Happen, ich ein Happen? Mich nerven im Allgemeinen schnelle, laute Aktionen, Unordnung, buntes, grelles, deswegen auch Max? Funktioniert Max nur so super, weil Struktur mir so wichtig ist? Läuft es deswegen so gut, weil ich auch seine Bedürfnisse, so gut es für mich geht berücksichtige. Jedes Lebewesen hat eine eigene Persönlichkeit und Bedürfnisse. Ich versuche diese zügig zu erkennen und zu achten. Im Rahmen der Struktur werden diese auch für jeden einzelnen gelebt.
Sicherlich hat es auch zu einem Ja, zu Max gehört, das er als Welpe nicht den Eindruck gemacht hat, diese Dinge, die dir wichtig sind zu stören. Wäre er als Welpe schon über Tisch und Bänke gegangen, hättest du ihn genommen? Hättest du gesagt, das gewöhne ich ihm schon ab?
Ich denke da knirscht es dann in Beziehungen, wenn Grundvorstellungen mit Persönlichkeit kollidieren und man aus dem Rahmen der Anpassung herauskommt. Passt es sehr gut zusammen ist alles einfach leichter und kommt einem natürlicher vor.

Vorliebe für bestimmte Aufgaben. Aus Deiner Auflistung trifft durch meine Beobachtungen bei Max in unserer Hausstruktur zu:
Das Einzelkind,  der Beobachter.

In der Hundestruktur beobachte ich Max:
Als der Soziale, der Beobachter, der Leithund.

Als er noch jung war (bis so ca. 3 Jahre) sah es in der Hundestruktur so aus: Das Einzelkind, der Chefhund, das Spielkind, der Wilde
.
Genau und zu jedem Aspekt gibt es andere Positionen, die gut zu einzelnen Positionen passen. Für das Spielkind, andere Spielkinder, für den Chefhund einen weichen Hund, der sich gerne anpasst und für den Chef arbeitet. Eine Bodyguard, einen Wächter, eine Chefsekräterin. Für den Wilden mal jemand der Grenzen setzen kann.

So habe ich es früher erlebt. Jeder Hund hatte seine Kumpel, die waren mitnichten alles gleich, sondern deckten verschiedene Bedürfnisse ab. Jemand zum toben, einen Gegengeschlechtlichen Lover, einen der Schutz bieten, in Situationen, die nicht so behagen, jemand mit dem man trefflich jagen gehen kann, oder sich gegen andere verbünden, oder mit dem man richtig schön schnüffeln und chillen kann, jemanden, den man bei der Pfote nimmt und ne Runde die Welt erklärt. Beste Freunde, mit denen man alles teilen kann. Jede Beziehung passte in bestimmten Aspekten, in anderen nicht, aber das war in dem Kontext auch nicht wichtig. Die Hunde bestimmten, was ihnen passte und für was. Und da gibts eben klassische Verbindungen, die immer wieder auftauchen. Rüde und Hündin selbstverständlich (oft mit der Hündin, die die Hosen anhat). Jung und alt. Ängstlich und souverän, dominant und anbetend. Als Gegensätze ziehen sich an, aber auch gleich und gleich gesellt sich gerne. Jäger, gerne im Team hetzen, Wächter in der Gruppe etwas vertreiben macht noch mehr Spaß und sinn. toben, spaß an der körperlichen Herausforderung, da muss nicht immer etwas geklärt werden, da gehts auch mal nur ums interagieren und rennen. Hunde, die einfach die Welt ähnlich betrachten, gerne einfach nur schnüffeln, oder beobachten. Da sitzen sie dann gemeinsam und schauen.

Danke, dass du reingeschaut hast und mit rumdenkst!

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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Linda am Fr Aug 11, 2017 8:56 pm

Hab erst heute das neue Thema entdeckt...seeehr interessant!
Muss noch ein paar Mal lesen und darüber nachdenken, wie man die verschiedenen Typen beschreiben könnte/sollte. Das Modell finde ich sehr anschaulich und irgendwie sympathisch, so gefühlsmäßig, kann mir gut etwas darunter vorstellen. Aber auf Anhieb einen Hund in einer Position zu sehen, das gelingt mir noch nicht.....
Ist Catie die große Schester, das Einzelkind, der Wächter (rassebedingt, nicht nach RS), der Beobachter oder würde sie sich mit zunehmendem Alter und mit anderen, jüngeren Rudelmitgliedern, evtl. ihren eigenen Kindern am Ende sogar zur Leithündin entwickeln?

Ja, die Typen beschreiben müsste man und eben auch die typischen Kombinationen, die gut passen. Das ist ja das, was auch so anziehend ist an RS, das man Kombinationen mit dem Label tut dem Hund gut "bauen" kann.
In der "normalen Hundewelt" kommt ja dann oft nur der Hinweis bringe deinen Hund mit Sozialen souveränen anderen Hunden zusammen. Das ist so mager.

Und ja, jede Entwicklung ist möglich. Ob sie für alle ihre Welpen die Leithündin wäre ... denk an ihre Mutter. Das muss nicht sein, könnte aber sein, wenn die Sozialen Bedingungen diese Fähigkeiten in ihr wecken oder festigen würde und die anderen müssen es eben annehmen. Das ist auch wieder eine Individuelle Sache. Manche Hunde haben Aspekte so ausgeprägt, das sie für die meisten Hunde präsent sind, aber nicht für alle, deshalb müssen diese Hunde eben nicht irgendwie beschädigt sein, wie es RS dann mit dreist und gebeamt und stellungsschwach suggeriert.
Das würde ich mir wünschen, das jeder Hund mit so vielen Aspekten beachtet wird und man eben denkt, oh, das passt nicht, wieso nicht? Welche Aspekte muss ich noch beachten?

Das Modell müsste ja auch Probleme Abdecken. Also was, wenn Hunde nicht gut zusammenpassen, was kann man tun, welche Aspekte in ihm stärken, was an Anreizen zur Entwicklung bieten? Das wäre wohl das Ideal. Wo in einer Gruppe sich dann alle möglichen hundeteams treffen und man erforscht, was tun sie miteinander, was wollen sie nicht, wie geht man damit um?

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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Catie am Sa Aug 12, 2017 2:20 pm

Seeehr interessant und ausbaufähig! Danke Linda!
Ja, das ist genau das, was ich an den Rudelgedanken spannend finde, nicht das Begrenzende, sondern genau das Erweiternde.....
Freue mich schon auf das gemeinsame Beobachten und die Weiterentwicklung!
Übrigens seit Michi Deine May erlebt hat, wie sie Kira runterholt und wie er die Reaktionen aller Hunde auf May's Krankheit oder auch auf neue, ängstliche oder sonstige noch nicht so souveräne Rudelmitglieder gesehen hat, interessiert er sich auch dafür.... Smile Smile Smile
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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Linda am So Aug 13, 2017 12:36 pm

Das ist ja süß! Ich ärgere mich auch noch wie bolle, das wir das nicht auf Video haben, wie sie wieder und wieder gelaufen ist und zum Schluss im Schneckentempo. Das war auch echt beeindruckend. Danke, das du lass sie gesagt hast, sonst greif ich einfach zu früh ein.

Und ja, es wäre schön ein Modell zu erfinden, das so spannend ist wie RS ohne Risiken und Nebenwirkungen für die Hunde und Menschen.

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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von ulla am So Aug 13, 2017 3:58 pm

Ich finde es total gut, dass wir in diesem Rahmen so freundlich und ehrlich Manöverkritik austauschen können. Jeder hat so Dinge, die man selber nicht merkt. Mit dem laufen lassen zum Beispiel, das ist aber auch schwer! In genau der richtigen Sekunde die richtige Entscheidung zu treffen! Aber ich glaube auch, dass laufen lassen oft die bessere Option wäre, aber natürlich auch die risikoreichere. Bei Kindern vertraut man oft zu wenig und zu spät und denkt, dass sie die Gefahr nicht richtig einschätzen können. Dabei macht es Hunde genau wie Kinder stärker und selbstbewusster, wenn man ihnen etwas zutraut, oder?

Und ich glaube schon, dass wir mit Deiner Erfahrung hier und unseren eigenen Erlebnissen schon etwas entwickeln können, was zumindest uns und unseren Hunden enorm weiterhilft, bin gespannt!
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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von Linda am Sa Aug 19, 2017 11:35 am

Ich habe vielleicht die Kernidee gefunden, die das Modell attraktiv machen könnte und Videokucktauglich.

Die Suche nach Lernpartnern und Lerngruppen.

Das Modell versucht den Halter auf Erkundungstour zu schicken, was die Persönlichkeit seines Hundes angeht, die anderer Hunde und der Beziehung zueinander und den Menschen und den Möglichkeiten der Entwicklung in jeglicher Hinsicht.
Das muss man jedoch nicht alleine tun.
Jede Begegnung kann auf sein Lern und Lehrpotential hin erkundet werden.
Was können die Hunde einander geben, welche Kombinationen sind besonders Hilfreich.
Hier hilft die Ausschau nach Kompetenzlehrern, Kompetenzergänzern, Kompetenzherausforderern, Kompetenzbesitzern.

Kompetenzlehrer sind Hunde, die anderen gerne aktiv eine Kompetenz beibringen.
Das kann alles beinhalten, vom Nannyhund, der gerne Welpen im Sozialen Spiel trainiert, bis hin zum Hund, der andere gerne mit zum Schwimmen oder jagen mitnimmt.

Kompetenzbesitzer hingegegen demonstrieren eine Kompetenz eher einfach dadurch, das sie sie haben. Etwa Ruhe oder Fruchtlosigkeit gegenüber Alltagsherausforderungen, von denen ein anderer Hund durch abschauen und Stimmungsübertragung profitieren kann. Oder er schwimmt wahnsinnig gern und kann so einen Hund zum Beispiel zum schwimmen verlocken.

Kompetenzherausforderer sind Hunde, die Kompetenzen im anderen hervorlocken, weil die diese Kompetenz brauchen können, um selbst Dinge zu lernen oder zu trainieren.

Kompetenzergänzer wiederum sind Hunde, die in ihren Kompetenzen einfach ein ausleben der Kompetenzen ermöglichen, die beide Hunde schon gut ausgebildet haben und die miteinander harmonieren. Das können sowohl ähnliche Kompetenzen sein, als auch gegenseitige Bedürfnisse. Hier steht das lehren und lernen nciht im Vordergrund.

Besonders wenn ein Hund in seinen Kompetenzen Entwicklungsprobleme hat, ist das Ziel passende Lehrpartner zu finden sehr wichtig. Neben den zweierkonstellationen, die auch für den Menschen am einfachsten zu überschauen sind und die kleinste Soziale Einheit bilden, können Lerngruppen ebenfalls sinnvoll sein. Auch um Lernpartner vom Hund auswählen zu lassen und ihm die Freiheit zu geben, eigene Ideen einzubringen mit Kombinationen, die dem Menschen nicht auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen.

Und nicht zuletzt ist auch das Augenmerk auf den Menschen zu richten. Er kann ebenso Lernpartnerschaften eingehen, sowohl mit Hunden als auch anderen Menschen. Hunde mit anderen Menschen zu beobachten, kann die Beiziehung von Hund und Mensch neu beleuchten, man profitiert von Ideen, Energien und Synergien, um zu lernen. Auch indem, was nicht funktioniert.

Konfliktkompetenz und Abgrenzung und das erwarten von Konflikten und das Lernen auf Fehlern, wird aktiv in das Famlienstrukturmodell mit einbezogen. Es gibt kein falsch und keine verleugnung. Statt dessen bleibt der Blick auf Situationen und Ereignisse jederzeit wachsam in Bezug auf die Wahrung der Rechte jedes einzelnen auf Sicherheit und das Recht nein zu sagen, und offen in Bezug auf die Lernmöglichkeiten einzelner Verbindungen.
Zu lernen einen Hund/Menschen einfach in seiner Existenz wahr und anzunehmen, auch ohne Kontakt aufnehmen zu wollen oder vom anderen Hund aus zu dürfen, ist auch eine wichtige Kompetenz.

Settings von Lernpartnerschaften.

Je nach Lernbestrebungen und Konstellationen kann es sinnvoll sein einen umzäunten Garten zu wählen, das innere eines Hauses oder eine anregende Spaziergehumgebung. Vertraues, unvertrautes Umfeld, die Kombination von Hunde, die einander kennen oder sich vertraut sind mit ungekannten Hunden. All das sind Faktoren, die das Lernumfeld verändern und andere Soziale Prozesse aktivieren, die den Lerninhalt vereinfachen oder verkomplizieren können. Auch das hängt von den einzelnen hunden ab.

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Re: Familienstrukturmodell

Beitrag von ulla am Sa Aug 19, 2017 2:27 pm

Seeehr interessant! Das ist wirklich ein spannendes Modell, muss noch ein paar Mal lesen und das auf mir bekannte Situationen übertragen, hab heute leider Besuch und keine Zeit, also bis später und vielen Dank für Dein Modell! Smile Smile Smile
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Re: Familienstrukturmodell

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